4. Advent 2021

Es war schon lange nicht mehr so klar wie heute morgen. Mein Blick bleibt an einem roten Schiff hängen, das sich langsam über den Horizont schiebt. Es bildet einen wunderbaren Kontrast zum weiten Blau der Ostsee. Sanftmütig ist sie heute und lässt sich nur in Ufernähe zu schäumenden Wellen hinreißen. Ich weiß nicht, wann ich sie das letzte Mal so schön gesehen habe. Es muss Wochen her sein. 

Mit dem Licht und der Klarheit kehrt die Lebendigkeit an den Strand zurück. Wochenendgäste zieht es wie mich zum morgendlichen Spaziergang hierher. Freundliche fremde Gesichter, die ein „Guten Morgen“ gern erwidern und weiter ihres Weges ziehen. Und Schritt für Schritt gehen meine Gedanken auf die Reise, denn in ein paar Tagen ist Weihnachten und bald auch der Jahreswechseln. Wie wird es sein in diesem Jahr? Wird sich die sonst so laute und ungemütliche Silvesternacht in Usedom Seebädern in ein angenehmeres Hinübergleiten ins neue Jahr verwandeln? Vielleicht genau so, wie sich viele den Jahreswechsel am Meer eigentlich vorstellen? Natur, Tier und Mensch würden es ihr danken. Vielleicht zeigt uns Corona gerade in diesen Momenten, was wir nicht brauchen. Ich setze den Gedanken mit etwas Hoffnung auf eine Welle und schicke ihn hinaus auf die See. Genau dorthin, wo sich all die Gedanken der morgendlichen Spaziergänger treffen und zurück schauen auf die Menschen am Ufer, die den Kopf jetzt etwas freier haben. 

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4 Kommentare

  1. Liebe Claudia, so schöne Gedanken, ich wünsche mir das Deine Hoffnung. Wahrheit wird, es wäre ein wahres Geschenk . Ich hätte so gerne noch weiter gelesen , aber die Geschichte war hier zu Ende.
    Schreibe weiter all Deine Gedanken, ich freue mich darauf .

    Herzlichst Petra

  2. Liebe Claudia. Was für eine schöne Geschichte. Man kann sich so richtig dort hinversetzen. Schade das die Geschichte zu Ende war. Es wäre schön , wenn du öfters so etwas mit uns teilst.
    Liebe Grüße Karin

  3. Wieder ein großes Danke für die schönen Texte und Gedanken auch die von Schurke.
    Mit unseren 77 Jahren ist der Weg an die Ostsee leider inzwischen zu weit. Aber die Träume bleiben insbesondere auch bei den Bildern.
    Herzliche Grüße aus Wuppertal
    Bärbel und Hans Walter

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