KategorieEs war einmal auf Usedom

Von alten Männern, kleinen Mädchen und Bernstein

Manchmal laufe ich am Morgen schlaftrunken über die Düne, stelle die Schuhe unter den Zeitungsständer an Golz’ens Strandkorbverleih und blicke skeptisch übers Meer. Wolken. Schon wieder. Dieser Sommer macht es uns nicht leicht. Dann gehe ich hinunter ans Ufer, strecke den großen Zeh ins Meer und bin etwas versöhnt. Wenigstens das Wasser ist warm. Ich laufe ein Stück in Richtung Heringsdorf...

Von Leben und Tod

Eisig kalt bläst der Wind um die Ecke, wirbelt den mühsam zur Seite geschobenen Schnee wieder auf und verteilt ihn gleichmäßig auf dem schmalen Weg, der an der Fensterfront entlang führt. Drinnen brennt Licht. Eine junge Dame deckt die Tische. Am Eingang steht ein alter Mann auf seinen Rollator gestützt und sieht ihr dabei zu. Er sagt etwas, sie lacht und schon verschwinden sie wieder aus meinem...

Auf den Brettern, die mir die Welt bedeuten

Heute war wieder einer dieser Morgende, an denen ich nur zu sehr spüre, welch unverschämtes Glück es ist, hier zu leben. Ich war zum Frühstück mit einem lieben Menschen auf der Seebrücke in Ahlbeck verabredet. Der Tag war noch grau und der Strand menschenleer. Statt der Möwen tummelten sich Tauben auf dem Seesteg.

2 Pommern im Schnee

Als ich heute morgen über die Düne ging, traf ich einen alten Pommern. Er hatte den Reissverschluss seiner Jacke weit geöffnet und auch der Pullover gab den Blick frei auf seinen nackten Hals. Sein Anblick fröstelte mich. Schnee fiel in dicken Flocken. Ich zog den Kopf noch ein Stück tiefer in den Kragen und grüßte. Er blieb stehen, nickte und drehte sich gemeinsam mit mir Richtung Meer… 53...

Von Leben und Lebendigkeit

Manchmal, wenn ich am Morgen über die Düne gehe, laufe ich in eine verlassene Welt. Der  Sandstreifen schlängelt sich bis an die Füsse der Seebrücke von Heringsdorf, nur unterbrochen vom Kanal, der gleich dort hinten in die Ostsee mündet, und zwei eisernen Wachtürmen, die in der Ferne den Blick hinaus auf die See richten. Die Sonne hat es noch nicht über den Horizont geschafft und

Perspektivwechsel

Und dann fragst du dich, warum. Warum du gerade hier lebst. Hier, wo die Langeweile dich manchmal erdrückt. Wo jedes Gesicht eine Geschichte hat. Wo jedes kulturelle Ereignis deinen Alltag durchbricht und du es aufsaugst. Wer weiß, wann es wieder so wird. Hier, wo du in Saisonzeiten lebst. Zwischen winterlicher Einsamkeit und lebendigen Sommertagen, an denen

Übergangsmomente

Und plötzlich diese Lebendigkeit. Das Hin und Her der sonnenhungrigen Kurzurlauber. Dort, wo vor Tagen noch Menschenleere über die Düne wehte und die Villen mit dunklen Fenstern von Sommerfrische träumten. Alles vergessen. Die pommersche Natur im Wechsel der Jahreszeiten. Inselzeiten. Hunderte Male gelebt. Geliebt. Gehasst. Und doch gelebt.

Wenn der Usedomer sonntags promenieren geht

Nun ist es ja schon seit Kaisers Zeiten bekannt, dass es sich auf Usedoms Promenaden vortrefflich flanieren lässt. Getreu dem Motto „Sehen und gesehen werden“ begeben sich am Sonntagnachmittag auch Einheimische in Wassernähe, um das gerade verspeiste und oftmals üppige Mittagsmahl bei einem entspannten Spaziergang zu verdauen, einen Blick über die Düne zu werfen und ein wenig frischen...

In seinen starken Armen

Die Welt verschiebt sich im Blick dieser Nacht. Gerade noch war alles voller Leichtigkeit. Voll wohlgewählter Worte und Bewegungen im Takt der Musik. Schwungvoll beseelt sucht der Körper jetzt nach Ruhe. Nach Hause. Es wird Zeit. Noch ein kurzes Gespräch. Eine gute Nacht. Und der Weg zum Auto…
00

Das ist der Weg

Es ist still heute. Nicht einmal das Meer rauscht. Der Weg entlang der schönen Bädervillen legt sich menschenleer in meinen Morgen. Ich mag die Stille und den Duft dieser Tage zwischen der grünen Erinnerung der Sommers und der Schwere rostbraunen Herbstlaubes. Der Möwenweg raschelt unter meinen Füssen und die ersten Sonnenstrahlen glitzern im Bunt der stattlichen Buchen. Auf der Promenade kreuzt...

Kategorien

Sturmzeitgeschichten folgen

Neue Beiträge direkt ins eMail-Postfach.